User Experience

Der Begriff User Experience (Abkürzung UX, deutsch wörtlich: Nutzererfahrung, besser: Nutzererlebnis oder Nutzungserlebnis – alternativ wird auch häufig vom Anwendererlebnis gesprochen) umschreibt alle Aspekte der Erfahrungen eines Nutzers bei der Interaktion mit einem Produkt, Dienst, Umgebung oder Einrichtung. Dazu zählen auch Software und IT-Systeme. Meistens wird im Zusammenhang mit der Gestaltung von Websites von User Experience gesprochen, der Begriff umschließt jedoch tatsächlich das volle Spektrum an Interaktionsmöglichkeiten.

Ziel und nähere Definition

User Experience als die Summe aus Usability, Look & Feel

User Experience spielt eine große Rolle bei der Produkt- und Serviceentwicklung. Ziel ist es, ein möglichst angenehmes Nutzungserlebnis zu schaffen. Die Voraussetzung für eine positive User Experience ist die Erfüllung der Erwartungen der Nutzer, ohne dass die Nutzer sich langweilen oder überfordert sind. Dabei kommt es auch auf die Eleganz des Produkts an, so dass es den Nutzern eine Freude ist, das Produkt zu besitzen oder zu benutzen.

Häufig wird angenommen, dass eine gute User Experience eine einfache Bedienung voraussetzt. Dies ist im Gegensatz zu guter Gebrauchstauglichkeit nicht der Fall. Auch sehr komplex zu bedienende Produkte, wie z. B. Computerspiele, Kommandozeilenbasierte Serverprogramme können dem Anwender ein positives Nutzungs- bzw. Anwendungserlebnis verschaffen. Ein Beispiel verdeutlicht den Unterschied: Ein Computerspiel sieht schick aus, es macht Spaß es zu spielen, die Navigation ist allerdings nicht konsistent und das Player Profile wird sehr ineffizient gepflegt. So kann ein Spiel zwar eine gute User experience haben (=es macht Spaß), auf der anderen Seite aber mangelnde Usability haben.

User Experience wird auch in der ISO 9241-210 beschrieben.[1] Hier wird User Experience über die Wahrnehmungen und Reaktionen einer Person, die sich bei der Benutzung oder der erwarteten Verwendung eines Produktes ergeben, definiert.

Dazu gehören die Emotionen des Nutzers, die psychologischen und physiologischen Reaktionen, die Erwartungen und das Verhalten. User Experience wird als eine Konsequenz aufgefasst, beeinflusst von der Gestaltung, Funktionalität und Leistungsmerkmalen eines Produktes. Ebenso können auch z. B. Vorkenntnisse und Eigenschaften des jeweiligen Nutzers eine Rolle spielen wie auch Markenwahrnehmung oder der Kontext der Nutzung.

User Experience und Usability

Der Begriff User Experience ist nicht synonym zu Usability, wenngleich eine starke Verwandtschaft besteht. Tatsächlich finden sich in den neusten Normen und Standards im Bereich Usability Verweise, die eine Bedeutung der emotionalen Ansprache von Software würdigen.

User Experience als Rahmenbegriff verweist nämlich lediglich auf das Entstehen eines Nutzererlebnisses, nicht ob dieses gut oder schlecht ist. Usability ist per Definition eine messbare Qualität. Die Verbindung der beiden Begriffe erlaubt also, User Experience auf Gebrauchstauglichkeit und Zufriedenstellung gemäß ergonomischen Maßstäben zu qualifizieren. In Fachkreisen wird Usability als ein Teil von User Experience verstanden (siehe Grafik).

Eine positive UX, d. h. ein positives Nutzungserlebnis des Users auf Websites wird neben der guten und einfachen Bedienbarkeit (Usability) an verschiedenen weiteren Kriterien gemessen. Dies sind Joy of Use (Spaß bei der Benutzung), ein ansprechendes Design (Übersichtlichkeit, moderne Gestaltung etc.) und der Innovationsgrad einer Website im Hinblick auf neue und intuitiv bedienbare Features und Tools. Auch Faktoren wie die Vermittlung von Vertrauen und Glaubwürdigkeit spielen eine wichtige Rolle für eine positive User Experience.

Messung von User Experience

Für die Messung der User Experience auf einer Website stehen verschiedene Methoden zur Verfügung, u. a. die Blickerfassungsmethode, bei der die spontane Wahrnehmung der Website über die Augenbewegung des Users gemessen wird. Auch User-Befragungen anhand standardisierter Fragebögen sind üblich, verwendet werden hierzu beispielsweise der AttrakDiff oder der UEQ (User Experience Questionnaire). Problematisch ist die Erfassung der User Experience mit Einzelitems oder nicht validierten Ad-hoc-Skalen. User Experience ist ein mehrdimensionales Konstrukt, dass nur schwer über eine einzige Frage erfasst werden kann. Weiterhin ergeben sich Probleme der Reliabilität aufgrund der hohen Gefahr für Messfehler bei Ein-Item-Skalen. Bei nicht validierten Ad-hoc-Skalen ist unklar, was diese eigentlich messen, solange keine Validierung stattgefunden hat.

Bei der Validierung der User Experience in der Praxis sind vor allem Fragen wichtig wie zum Beispiel: Wie schnell vermittelt sich dem User Sinn, Konzept und Zweck einer Website?